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Warum wir uns an ungeplante Momente erinnern

Im Reisevertrieb gab es immer wieder Kundinnen und Kunden mit sehr genauen Plänen. Welcher Strand an welchem Tag, welches Restaurant, welche Uhrzeit. Verstehen kann ich das, Planung gibt Sicherheit, und Sicherheit war lange mein Beruf.

Trotzdem denke ich am liebsten an die Reisen zurück, bei denen nichts nach Plan lief.

Erinnerung funktioniert nicht chronologisch und nicht proportional zur Reisedauer. Ein zweiwöchiger, reibungslos verlaufener Aufenthalt kann im Kopf zu einem einzigen verschwommenen Eindruck verschmelzen. Ein einziger ungeplanter Nachmittag dagegen bleibt oft jahrzehntelang präsent, mit Details, Gerüchen, sogar der genauen Tageszeit.

Das ist kein Zufall, sondern ein bekanntes Muster menschlicher Erinnerung: Was von der Erwartung abweicht, wird intensiver verarbeitet und leichter erneut abgerufen als das, was reibungslos verlief. Für das Reisen bedeutet das etwas Paradoxes. Ausgerechnet die Momente, die wir am wenigsten planen können, prägen im Nachhinein am stärksten, wie wir uns an eine Reise erinnern.

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