
Warum viele Reisen überorganisiert sind
Wer jeden Moment plant, lässt keinen Raum für das was wirklich bleibt. Eine Beobachtung über Reisen und die Geschichten dazwischen.
Wer heute Urlaub plant, plant ihn oft wie ein Projekt. Welcher Strand an welchem Tag, welches Restaurant, welche Uhrzeit, manchmal sogar welcher Tisch reserviert werden sollte. Das Ergebnis: Reisen die perfekt aussehen und sich seltsam leer anfühlen.
Eine Studie der Universität Cornell zeigt, dass antizipierte Erlebnisse oft mehr Freude bereiten als die Erlebnisse selbst. Was bedeutet das für Reisen? Wer jeden Moment plant, lässt keinen Raum für das was tatsächlich bleibt. Die ungeplanten Begegnungen, die falschen Abbiegungen, die Pannen die später zur besten Geschichte werden. Der platten Reifen im Regenwald. Der verpasste Zug. Der Taxifahrer der plötzlich seine Lebensgeschichte erzählt.
Nichts davon stand im Programm. Alles davon unvergessen.
Vorplanung gibt Sicherheit. Ein bisschen Platz für Überraschungen aber auch. Denn oft sind es nicht die Programmpunkte die bleiben, sondern die Lücken dazwischen.