Warum können viele Menschen im Urlaub nicht abschalten?
- 11. Juli
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Es sind nicht alle. Aber es sind mehr als man denkt. Menschen die im Urlaub ankommen und trotzdem irgendwie nicht da sind. Die am Pool sitzen und aufs Handy schauen. Die den schönsten Sonnenuntergang durch ein Display betrachten.
Neulich ist mir etwas aufgefallen das mit Urlaub zunächst gar nichts zu tun hatte. Ich saß im Bus auf dem Heimweg. Zwei Reihen vor mir ein Mädchen, vielleicht 15 oder 16. Kopfhörer auf, Handy in der Hand. In dem Moment wurde mir klar dass ich wahrscheinlich genauso bin.
Nach dem Aufwachen schaue ich als Erstes aufs Handy. Wenn irgendwo drei Minuten Leerlauf entstehen, fülle ich sie meistens sofort. Im Büro beobachte ich etwas Ähnliches. Menschen kommen herein, stellen eine Frage, lesen nebenbei eine Nachricht und schauen wieder hoch. Nicht unhöflich. Einfach Gewohnheit. Es hat selten etwas mit Desinteresse zu tun. Wir sind es gewohnt ständig erreichbar zu sein, auf etwas zu reagieren oder schon den nächsten Schritt zu planen. Irgendwann fühlt sich selbst Nichtstun ungewohnt an.
Viele erzählen mir dass sie erst nach ein paar Tagen wirklich ankommen. Andere merken am letzten Abend wie ruhig ihr Kopf geworden ist. Genau dann heißt es oft schon wieder: Koffer packen. Wir hoffen dass zwei Wochen ausgleichen was sich über Monate angesammelt hat. Stress verschwindet aber nicht automatisch nur weil der Blick plötzlich aufs Meer geht.
Ich frage mich manchmal ob wir das Abschalten nicht längst verlernt haben. Vielleicht ist genau das der Grund warum sich zwei Wochen manchmal viel kürzer anfühlen als sie eigentlich sind.


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