Warum vermissen wir den Sommer unserer Kindheit?
- 16. Aug.
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Manche Erinnerungen an den Sommer haben kein einziges Foto, und sind trotzdem die stärksten. Eine Beobachtung über Kindheit, Unbeschwertheit und die Sehnsucht nach einem Gefühl, das mit dem eigentlichen Urlaub kaum etwas zu tun hatte. Ich hab neulich versucht, mich an mein liebstes Urlaubsfoto aus der Kindheit zu erinnern. Mir fiel keins ein.
Dafür kam mir sofort der Geruch von frisch gemähtem Rasen in den Sinn. Das Zirpen der Grillen am Abend, eisekalte Kirschsuppe. Ein warmer Sommerregen, bei dem man einfach gern nass wurde, weil es sich gut anfühlte. Das Bad im aufgeheizten Pool nach einem Gewitter, das Wasser fast wärmer als die Luft. Fotografiert habe ich davon nichts. Trotzdem ist es das, was für mich am meisten nach Urlaub riecht.
Als Kind waren acht Wochen Sommerferien eine eigene kleine Ewigkeit. Freibad, Softeis, vielleicht jedes Jahr derselbe Ort. Damals war Urlaub selten spektakulär. Geblieben ist trotzdem erstaunlich viel davon.
Heute reisen wir weiter, bequemer, oft luxuriöser. Wir können vorher nachschauen, wie das Hotel aussieht, wo der schönste Strand liegt und was wir auf keinen Fall verpassen sollten. Damals wusste ich von all dem nichts, Urlaub bestand oft einfach darin, da zu sein.
Mir fehlt dabei weniger der Ort von damals. Mir fehlt dieses Gefühl, dass gerade nichts Schlimmes passiert, während man einfach nur im Gras liegt und dem Summen der Bienen zuhört.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum diese Sehnsucht gerade jetzt so viele Menschen bewegt, in einer Zeit, die sich insgesamt unsicherer anfühlt als noch vor einigen Jahren. Nicht der Urlaub von damals fehlt uns. Es ist das Gefühl von Sicherheit, das wir als Kinder für selbstverständlich hielten.
Vermisst ihr eigentlich den Urlaub von früher, oder eher den Menschen, der ihr damals wart?




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