Wie verändert KI das Reisen?
Aktualisiert: 25. Juli
Noch vor wenigen Jahren begann eine Reise oft mit einem Reiseführer, einem Gespräch oder einer Empfehlung von Freunden. Heute beginnt sie immer häufiger mit einer Frage an eine KI.
„Plane mir eine Rundreise durch Japan." „Wo finde ich ruhige Orte in der Toskana?" „Erstelle eine Reiseroute für zehn Tage durch Costa Rica."
Innerhalb weniger Sekunden entstehen Vorschläge, für die früher Stunden nötig gewesen wären.
Ich nutze KI selbst fast täglich. Sie spart Zeit, hilft beim Strukturieren von Ideen und eröffnet Möglichkeiten, die es vor wenigen Jahren noch nicht gab. Die Frage ist deshalb nicht, ob KI gut oder schlecht für den Tourismus ist. Sie ist längst Teil unseres Alltags.
Viel spannender finde ich eine andere Frage: Was verändert sich dadurch eigentlich?
In fast drei Jahrzehnten im Tourismus habe ich erlebt, wie sich das Reisen immer wieder neu erfunden hat. Es gab die Zeit der dicken Reisekataloge. Danach kamen Buchungsportale, Hotelbewertungen und soziale Medien. Heute ist KI der nächste Schritt. Jede dieser Entwicklungen hatte dasselbe Versprechen: Reisen einfacher zu machen. Und das gelingt.
Gleichzeitig frage ich mich, ob wir dadurch auch anders reisen.
Wer einen Ort schon aus zwanzig Videos kennt, reist mit ganz bestimmten Erwartungen an. Wer sich jede Stunde einer Rundreise im Voraus planen lässt, lässt vielleicht weniger Platz für Zufälle. Wer nur nach den besten Empfehlungen sucht, übersieht manchmal das Unscheinbare.
Bei meinen eigenen Reisen waren es oft genau diese ungeplanten Momente, die geblieben sind. Das kleine Café, das auf keiner Liste stand. Ein Gespräch, das länger dauerte als geplant. Ein Umweg, der sich später als Höhepunkt der Reise herausstellte.
Eine KI kann solche Momente nicht vorhersagen. Sie kann nur mit dem arbeiten, was andere bereits erlebt und aufgeschrieben haben. Überraschungen entstehen oft dort, wo niemand gesucht hat.
Ich hoffe, dass wir uns trotzdem etwas bewahren. Die Neugier, auch einmal falsch abzubiegen. Den Mut, eine Empfehlung links liegen zu lassen. Die Gelassenheit, nicht jeden Moment planen zu müssen. Denn das Wertvollste einer Reise entsteht oft dort, wo kein Algorithmus hinschaut.




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